Interview mit der Schweizermeisterin

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«Ich wusste, dass ich es schaffen kann!» 

Laura Hermann aus Friltschen TG, geboren am 23. Februar 2000, ist die neue Schweizermeisterin im Plattenlegen. Wir fragten sie, wie sie die Zeit vor, während und nach dem Wettkampf erlebt hat.  

Auch ihr Arbeitgeber Roger Bantli äussert seinen Stolz über seine erfolgreiche Lernende. 

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Herzliche Gratulation zum Schweizermeistertitel im Plattenlegen. Wie hast du den Wettkampf in Erinnerung? 
Es war ein wunderschönes Erlebnis, und ich würde es jederzeit wiederholen. Die Atmosphäre hat mir gefallen, die Leute waren gut – aber es war auch sehr streng. 

In deinem Porträt schreibst du: «Ich möchte in diesem Beruf die Beste der Schweiz sein, dabei will ich es schön und genau richtig machen.» Was war dein Rezept, dass du das Ziel erreicht hast? 
Ich ging nach Bern und ich wusste, dass ich es schaffen will. Dann war ich allerdings selbst erstaunt, dass ich meinen Rhythmus und meine Konzentration wirklich durchziehen konnte. Zum Arbeiten setzte ich jeweils meine AirPods mit Radio SRF 3 auf, den Pamir drüber und dann koppelte ich mich vom Rummel rundherum ab. 

Kannst du uns verraten, wie du dich vorbereitet hast? 
Zuerst habe ich an den Wochenenden zuhause die Grundmotive des Prüfungsobjekts geübt, Formen vermessen und ausgeschnitten. Dann habe ich einzelne Teile geschnitten und geklebt und schliesslich habe ich im Magazin das ganze Prüfungsobjekt vier Mal ausgeführt. Dabei habe ich jeweils die Zeiten notiert und danach geschaut, wo ich noch optimieren kann.   

Wie haben deine Familie und Freunde mitgefiebert? 
Ich habe jeweils angekündigt, dass ich jetzt trainieren gehe. Zudem habe ich auch immer wieder meine Arbeiten gezeigt. Alle hatten viel Verständnis, wollten wissen, wie es läuft – und wenn ich einmal eine Krise hatte, haben sie mich wieder aufgebaut. 

Was ist seit der Rangverkündigung alles passiert? 
Unzählige Leute haben mir gratuliert – auch solche, die ich gar nicht gekannt habe. Es gab Briefe und Geschenke, die Gemeinde hat mir geschrieben, die Raiffeisenbank und so weiter. Am Dienstag sagte mein Chef Roger am Mittag: «Wir gehen jetzt auf eine andere Baustelle.» Das war dann das Magazin, wo er ein kleines Fest organisiert hatte. Es kamen Kunden, das Team, unsere Familien – insgesamt wohl etwa 50 Leute. Sogar die Thurgauer Zeitung war da und Radio Munot machte ein Interview via Telefon. 

Wie geht es in deinem Betrieb, der Roger Bantli GmbH in Eschenz, weiter? 
Wir hatten es immer gut – untereinander und mit der Kundschaft. Ich bin sicher, dass es so bleiben wird. Vielleicht kommen sogar noch ein paar neue Aufträge dazu. 

Welche Pläne hast du für die nächste Zeit? 
Zuerst schliesse ich in einem Jahr die Lehre ab. Ich bleibe sicher vorderhand bei Roger – alles andere wird sich dann zeigen. Schön wäre natürlich die Teilnahme an den EuroSkills gewesen, der Schweizerische Plattenverband war dort allerdings in den letzten Jahren nicht präsent. Für die WorldSkills bin ich leider zu alt. 

 

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Bei Lauras Arbeitgeber, der Roger Bantli GmbH in Eschenz, ist die Freude riesengross. Roger Bantli: «Laura ging mit grossen Ambitionen an die SwissSkills und sie hat ihre eigenen Erwartungen voll erfüllt. Wir haben im Vorfeld fleissig geübt und Laura hat das Prüfungsobjekt mindestens vier Mal ausgeführt. An den Wettkampftagen haben wir zwischendurch telefoniert und so dachte ich mir bereits, dass es ihr gut lief. Als ich am Samstag nach Bern kam und ihre Arbeit sah, war mir klar, dass sie es in die vorderen Ränge schafft. Der Sieg ist natürlich noch schöner. Laura hat ihren Willen nicht nur angekündigt, sondern auch bewiesen, indem sie konzentriert, genau und schnell arbeitete.» 

Am Dienstag nach den SwissSkills organisierte die Firma ein Fest für das Team sowie Kunden, für die Laura gearbeitet hatte, um den Schweizermeistertitel zu feiern. «Die Reaktion rundherum ist überwältigend. Rund 50 Personen kamen ans Fest, um zu gratulieren. Das ist ein grosser Dank für alle Anstrengungen.» 

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