Preisentwicklung

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Offen, transparent und frühzeitig informieren  

Die aktuelle Situation beim Handel zeigt, dass wir mit zum Teil kräftigen Preiserhöhungen rechnen müssen. Wie können wir unsere Kunden und Partner dafür sensibilisieren? Wir haben beim Handel nachgefragt.

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Michael Zaugg

Michael Zaugg, Spartenleiter keramische Platten der SABAG 

Wie kann man bei Kunden und Partnern Verständnis für die aktuelle Situation schaffen? 
Michael Zaugg: 
Wir können nichts anderes als möglichst transparent – und ohne Panikmache – auf die Situation aufmerksam machen. Fakt ist, dass die Rohstoffe knapper und teurer geworden sind, das gilt auch für Holz, und die Gas- und Stromkosten sind bis zehn Mal teurer geworden. Energie macht rund einen Drittel der Produktionskosten aus, somit ist sie ein wesentlicher Kostentreiber. Wir informieren darüber im persönlichen Gespräch, auf der Homepage sowie in einem Kundenschreiben, das wir auch jedem Angebot und Auswahlschein beilegen. 

Hilft es, die Ursachen zu kommunizieren (globale Zusammenhänge etc.)? 
Ja, unbedingt. Wir kennen nicht jedes Detail der Ursachen, aber die grossen Zusammenhänge sind klar. Wichtig ist auch zu verstehen, dass es sich um ein globales Phänomen handelt, und nicht etwa um ein Problem des Schweizer Marktes.  

Gibt es eine Art Sprachregelung – ein Wording – für unsere Branche? 
Für die Sensibilisierung ist es wichtig, dass wir alle gleich kommunizieren. Die Problematik betrifft alle und ist nicht verhandelbar. Wie bereits gesagt, sind die Hauptfaktoren die Verknappung und Verteuerung der Rohstoffe, der Holzmangel und die explodierten Energiepreise, die sich neben der Produktion auf den Transport auswirken. 

Wie kann man das Thema bereits in die Beratung – beim Handel wie beim Leger – einbringen? 
Je früher desto besser – das beginnt bei der Beratung, oder eben dem Kundenschreiben. Das gilt auch für die längeren Lieferfristen. Wir waren uns kurze Lieferfristen gewohnt, jetzt müssen wir Privatkunden, Architekten und Planer möglichst frühzeitig auf längere Fristen aufmerksam machen. So können wir Missverständnisse und Ärger vermeiden. 

Wie sieht das rechtlich aus – wann kann eine Werkstoffverteuerung geltend gemacht werden?  
Die Situation ist eigentlich klar: Laut AGB sind Preise unverbindlich, bis eine Offerte gültig unterschrieben ist. Es kann aber natürlich zu Überschneidungen zwischen dem Zeitpunkt der Auswahl und der Bestellung kommen – auch darauf haben wir alle aufmerksam gemacht.

 

Martin Bircher, Leiter Wand- und Bodenbeläge, HG COMMERCIALE

Hast Du einen Tipp, wie man Kunden und Partner auf die aktuelle Situation aufmerksam machen kann? 
Martin Bircher:
Wir versuchen, stets offen und frühzeitig zu informieren. Dazu stehen wir in engem Austausch mit unseren Lieferanten, damit wir möglichst präzise Prognosen zur Preisentwicklung machen können. Diese geben wir umgehend weiter, bei der Beratung, der Offertstellung und so weiter. Wir haben auch ein Infoschreiben an die Verleger verschickt. Im Moment rechnen wir mit Preiserhöhungen von 5 bis 15 Prozent für Anfang Jahr. 

Hilft es, die Ursachen, wie globale Zusammenhänge etc. zu kommunizieren? 
Auf jeden Fall. Den meisten ist bewusst, dass die Preise in der Keramikbranche von globalen Faktoren abhängig sind. Gas macht bei der Produktion den grössten Anteil aus und entsprechend wirkt sich dessen Preis aus. 

Wie kommuniziert ihr das Thema? 
Wir unterscheiden zwischen Preiserhöhung und Teuerungszuschlag. Die Preiserhöhung ist im Bruttopreis enthalten. Der Teuerungszuschlag ist in der Ausstellung nicht ersichtlich, hingegen in der Offerte enthalten, wird also beim Endpreis hinzugeschlagen. Wenn möglich, arbeiten wir mit verbindlichen Bruttopreisen. 

Wie sieht das rechtlich aus – wann kann eine Werkstoffverteuerung geltend gemacht werden?  
Üblicherweise gilt Preissicherheit bis zur Objektvollendung und der Preis hat Gültigkeit, solange das Angebot gilt. In einer solchen Situation müssen wir Preiserhöhung unter Umständen selber verkraften. Wir empfehlen, auf langfristige Preisgarantien zu verzichten, auch wenn das zurzeit schwierig ist.   

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Martin Bircher
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