Rückblick Asbestseminar

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Online-Seminar «Asbest – die unsichtbare Gefahr»  

«Alle dürfen Stopp sagen» 

Im Online-Seminar «Asbest – die unsichtbare Gefahr» bot die Suva am 16. November 2021 eine Weiterbildung zum Thema Asbest an. Unter anderen referierte Thomas Vogel, Kursleiter SPV und Sicherheitsfachmann EKAS, zum Thema.

Auf was beim Umgang mit Asbest geachtet werden muss, erklärt Thomas Vogel im Interview. 

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Thomas Vogel

Du hast darauf aufmerksam gemacht, dass es bei der Ausbildung in den Berufsschulen und den überbetrieblichen Kursen sehr wichtig ist, die Lernenden auf die Asbestgefahr aufmerksam zu machen. Wie reagieren diese? 
Sehr unterschiedlich. Das hängt zum Teil mit der Art ihres Lehrbetriebs zusammen und wie man dort mit dem Thema Arbeitssicherheit umgeht. Es kommt auch darauf an, welche Arbeiten die Lehrbetriebe mehrheitlich ausführen. Viele Lernende haben mehr Freude, wenn sie bei Neubauten Natur- und Keramikbeläge verlegen können. Bei Umbauten werden sie mit mehreren Fragen zur Arbeitssicherheit konfrontieret. Das Thema «Asbest» muss vor Baubeginn abgeklärt sein, mehrheitlich wird die Problematik von Staub und Quarzstaub leider stiefmütterlich behandelt.  

Kann man den jungen Leuten eine Art Instrument mitgeben, Asbest besser zu erkennen? 
Man muss sie ermuntern, dass sie sich über die Liegenschaft und ihre Eigenarten erkundigen – das gehört auch zu den Aufgaben der Plattenlegerchef/in und Plattenlegermeister/in. Die Vorgesetzten sind in der Pflicht, die Ergebnisse der Asbestproben den Mitarbeitern vorzulegen. Allen Beteiligten steht das Aufklärungs- und Informationsmaterial der Suva selbstverständlich zur Verfügung. Ein Grundwissen zu Asbest, wie auch zur Arbeitssicherheit im Allgemeinen, gehört zu jedem Plattenleger und jeder Plattenlegerin wie die Werkzeugkiste. 

Wie können sie ihr Wissen in ihren Ausbildungsbetrieb einbringen? 
Jede und jeder Lernende darf Stopp sagen. Er muss keine Angst haben, dass er dadurch das Lehrverhältnis gefährdet. Es ist wichtig, dass jeder sein Wissen weitergibt. Lernende sollen das Thema auch beim halbjährlichen Bildungsbericht einbringen – da stehen sie sogar in der Pflicht, ihren Teil zu diesem Bericht beizutragen. 

Wie kann die Ausbildung zur Sensibilisierung der Ausbildner beitragen? 
Es gibt immer wieder Gelegenheiten. Besucht zum Beispiel ein Ausbildner seinen Lernenden im ÜK, können wir ihn bei einem Pausenkaffee darauf ansprechen. Es kommt vor, dass Lernende und junge Mitarbeitende mehr sensibilisiert sind als die älteren Mitarbeitenden. Weitere Möglichkeiten sehe ich in den WBS der Sektionen und dem Verband, wenn zum Thema Asbest ein Vortrag ansteht.   

Welche guten Argumente kann man unseren Fachleuten mitgeben, wenn sie eine Bauherrschaft mit dem Problem konfrontieren muss, dass ein Asbestverdacht vorliegt?
Erstens einmal geht es um die Gesundheit. Erfahrungsgemäss reagieren Frauen mit Kindern stärker auf dieses Argument – man muss sie also ins Boot holen. Es ist aber auch so, dass eine Asbestsanierung eine Wertsteigerung für die Liegenschaft bedeutet – sie kann ohne Altlasten vererbt oder verkauft werden. Und schliesslich wirkt sich die Investition auch steuerlich positiv aus – unter dem Strich ist sie also gar nicht so teuer. 

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