Jahresrückblick Konrad Imbach

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«Unsere Organisation hat sich in der Krise bewährt»  

Das brachte uns 2020 – Konrad Imbach, SPV Zentralratspräsident, über prägende Veränderungen und Neuerungen.

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Konrad Imbach, SPV Zentralpräsident

Wie wirkte sich Covid-19 mit dem Lockdown und den vielen Schutzmassnahmen auf den Verband aus? 
Konrad Imbach: Wir mussten im Frühling sozusagen aus dem Stand reagieren und unseren Mitgliedern Hilfestellung leisten, zum Beispiel bei der Umsetzung der Schutzmassnahmen oder rund um Kurzarbeit und Erwerbsausfall. Informieren war wichtig, und wir kreierten den regelmässigen Newsletter, der sich sofort etabliert hat. In Bezug auf die Bildung stellte uns Covid-19 vor grosse Herausforderungen, dennoch konnten wir das Q-Verfahren ordnungsgemäss durchführen. Allerdings mussten wir zahlreiche Aus- und Weiterbildungen sowie Kurse absagen. Auch das Verbandsleben war gefordert – Sitzungen fanden online statt, die Delegiertenversammlung im kleinsten Rahmen. Bezüglich Move to 25 sind wir auf Kurs, die Bauarbeiten in Dagmersellen konnten mit den geforderten Sicherheitsmassnahmen programmgemäss weitergeführt werden. 

Unterschiedliche Regelungen je nach Region und Kanton machten es auch nicht einfacher. 
Das stimmt. Die Schutzkonzepte haben generell zu deutlichem Mehraufwand geführt. Im Tessin hatte die ganze Branche mit dem totalen Lockdown zu kämpfen, was viele organisatorische Knackpunkte mit sich brachte. Der Handel war von verschiedenen Bestimmungen betroffen, wie zum Beispiel die Schliessung von Ausstellungen in einzelnen Kantonen. Dazu kamen einschneidende Massnahmen bei den Herstellern im Ausland. Dennoch hat die Versorgungskette funktioniert. Die Auftragslage für die Plattenleger nahm im Einfamilienhausbereich eher zu, was sich trotz den Auflagen mehrheitlich gut bewältigen liess. Die Organisation auf Grossbaustellen wurde viel komplizierter und aufwendiger bei unverändertem Zeitplan – hier hiess es plötzlich «Termindruck versus Corona».  

WEF-Gründer Klaus Schwab meint, Corona biete die Gelegenheit für einen wirtschaftlichen Neubeginn – «the great reset». Was ist davon in unserer Branche zu erwarten? 
Unsere Kommunikation hat definitiv einen «Reset» erfahren. Wir alle akzeptierten von einem Tag auf den anderen neue Medien, Social-Media-Plattformen, virtuelle Versammlungen. Wer hätte das vor einem Jahr noch gedacht? In vielen Bereichen, zum Beispiel bei organisatorischen Arbeiten, hat sich das als Gewinn herausgestellt und wir werden daran festhalten. Wir haben zudem festgestellt, dass wir flexibler handeln und uns auf ausserordentliche Situationen einstellen können. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir so bald als möglich auch wieder richtige Sitzungen und soziale Veranstaltungen abhalten müssen. Die Mimik, die Emotionen, das Informelle ist und bleibt wichtig. 

Wir konnten aus der Krise auch positive Erfahrungen gewinnen. Was steht für dich im Vordergrund? 
Wir alle haben viel Verständnis für neue Situationen entwickelt und gezeigt, dass wir reagieren können. Und wir sind näher zusammengerückt. Leger und Händler haben gesehen, wie wichtig sie füreinander sind. Der Handel konnte dank seinen Lagern und den Kontakten zu den Quellen liefern, die Leger konnten ihre Kunden ohne Engpässe zufriedenstellen. Unsere Organisation hat sich in der Krise bewährt.  

Welches Ereignis oder Phänomen wird dir von diesem Jahr besonders in Erinnerung bleiben? 
Ich bin sehr erleichtert, dass wir unsere Ziele unter erschwerten Bedingungen erreichen konnten. Ein bisschen Glück gehört dazu – unsere Branche wurde weniger als andere getroffen. Wir müssen allerdings die Situation weiterhin sehr ernst nehmen. Total erfrischend war für mich die Platinium-Verleihung mit «Shena auf Tour» bei den prämierten Unternehmen – entstanden aus der Not, wurde diese Aktion zu einem richtigen Aufsteller für viele.  

Wagst du eine Prognose für 2021? 
Im Bereich der kleineren Bauten wird der positive Trend anhalten. Die Leute bleiben vermehrt zuhause und kümmern sich um Sanierungen und Renovationen. Die öffentliche Hand wird – so hoffe ich – geplante Bauprojekte umsetzen. Der Wohnungs- und Industriebau ist schwierig zu beurteilen, hier gibt es neben wirtschaftlichen auch regionale Schwankungen. Generell aber stelle ich fest, dass Keramik vermehrt als Baumaterial wahrgenommen wird, nicht nur im Bodenbereich, sondern auch im Aussenbereich und als Wandverkleidung. Das ist das Verdienst aller unserer Mitglieder und stimmt mich positiv. . 

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