Natursteine im Aussenbereich

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Die Vielfalt von Natursteinen ermöglicht zahlreiche Einsatzmöglichkeiten im Innen- und Aussenbereich – Balkone und Terrassen, Hauszugänge, Gartensitzplätze Zufahrten und so weiter.. Es ist wichtig, die Kunden von Anfang an über die Qualitäten und Eigenschaften der verschiedenen Materialien zu informieren.

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Kompaktfassadenverkleidung mit Quarzit Riemchen in drei verschiedenen Höhen, naturgespalten.

Text: Martin Bürgler
Fotos: Gehri Rivestimenti SA

Im Sommer 2003 reiste ich, Martin Bürgler, durch den Norden Italiens und landete dabei auch in Trento. Unvergessen bleiben mir die roten Gassen und Trottoirs in der Altstadt. Abgeschliffen und gerundet durch die jahrhundertelange Nutzung, zeigt sich der Naturstein in seiner schönsten Patina.

Universal einsetzbar
Naturstein galt über lange Zeit als Baumaterial für alles Mögliche im Hoch- und Tiefbau. Dann fand der Naturstein seinen Weg ins Innere des Hauses, edle Bodenbeläge oder auch Badezimmer werden durch Fachleute in erster Güte ausgeführt. Nun sollen die Beläge in gleicher Qualität wieder nach Aussen, auf Balkone und Terrassen, verlegt werden. Hauszugänge, Gartensitzplätze und Zufahrten werden wieder öfter verlangt.

Normengerechte Ausführung
Je nach Einsatzgebiet muss die genaue Nutzung geklärt sein, damit klar wird, welche Belastungen auf den Belag zukommen und welche Normen den Arbeiten zu Grunde gelegt werden. Geh- und Fahrwege müssen nach der VSS Norm 40 482 «Plattendecken» des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS dimensioniert und ausgeführt werden. Für die «häusliche» Nutzung können wir in der Regel nach der Norm SIA 246 «Natursteinarbeiten – Beläge, Bekleidungen und Werkstücke» arbeiten.

Geeignete Materialwahl
Neben der Wahl des geeigneten Natursteins muss der Unterkonstruktion die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei den Natursteinen braucht es frost- und witterungsbeständige Sorten, die wenig fleckempfindlich sind und je nach Art und Verlegemethode minimale Dicken aufweisen. Einfach ausgedrückt: Für Treppen lebt eine Blockstufe bestimmt länger als eine im Verbund verklebte Platte mit 3-4 cm Stärke. Je dünner die Platten, desto grösser das Risiko eines Schadens.

Fachmännische Verlegung
Idealerweise werden Aussenbeläge lose oder im Splittmörtel verlegt, eine Entwässerung mittels Drainagematte im Untergrund mit dem nötigen Gefälle von mindestens 1.5 % hat sich auf Grund der Versuche des NVS in den letzten Jahren bewährt (siehe Keramikweg Ausgabe 3-2019 und www.plattenverband.ch / Mitgliederbereich). Trotzdem können Natursteinbeläge sich verfärben oder Flecken bekommen. Dies auch, weil Wasser im Splitt oder Kiesbett aufsteigen kann und so die Plattenrückseite benetzt. Eine Durchtrocknung der ganzen Bodenkonstruktion wird nur in einer länger anhaltenden Trockenperiode mit Hitzewelle erreicht. Das bedeutet, dass die Feuchtigkeit in der Bettungsschicht nicht verhindert werden kann. Eine Hydrophobierung für lose verlegte oder eine Haftschlämme für gebundene Beläge kann hier Verbesserung bringen. Wird dies in Kombination mit einer funktionierenden Drainagematte mit genügender Stärke angewandt, so sind die besten Resultate zu erwarten.

Natursteine haben Charakter
Natursteine haben ein Eigenleben und verändern sich mit dem Lauf der Zeit. Es ist wichtig, unseren Kunden bereits in der Beratung aufzuzeigen, dass dieser über Jahrtausende entstandene Bau- und Werkstoff Abweichungen in der Farbe, Struktur haben kann, was zu seinem Charakter gehört.

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