Sozialpartnerschaft

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«Der gegenseitige Respekt ist gross»

Der LGAV ist bis Ende Jahr gültig. Was heisst das jetzt?
Stephan Saxer, SPV Zentralvorstand, Ressort Sektionen und Sozialpartnerschaft, gibt Auskunft.
 

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Verhandlungen

Die Sozialpartner des LGAV Platten - Ofen haben eine Zusatzvereinbarung zum Landesgesamtarbeitsvertrag bezüglich der Mindestlöhne für das Jahr 2022 verabschiedet. Was bedeutet das?

Stephan Saxer: Die effektiven Löhne aller dem LGAV unterstellten Arbeitnehmenden der Lohnkategorien A, B, C1, C2, D1, D2 und D3 werden ab AVE (Allgemeinverbindlicherklärung) aufgrund des Teuerungsausgleichs um CHF 40.00 erhöht. Die Mindestlöhne 2021 haben auch im 2022 weiterhin Gültigkeit.  

Wie geht es 2022 weiter? 
Der bestehende LGAV wird durch die Sozialpartner um zwei Jahre, bis zum 31.12.2023 verlängert – jedoch ohne den Arbeitgeberverband feusuisse, da dieser den Vertrag per 31.12.2021 gekündigt hat. Die AVE für die Weiterführung des bestehenden Vertragswerks wurde beim Bundesrat eingereicht. Durch vier Einsprachen, unter anderem von feusuisse als Gründungsmitglied des jetzigen Vertrags, wird es zu einer sogenannten AVE-Lücke von einigen Monaten kommen.  

Wo stehen die Verhandlungen zu einem zukünftigen neuen LGAV? 
Die Arbeiten beginnen im Frühjahr 2022. Eine Arbeitgeber-Begleitgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus den LGAV-Gebieten wurde ins Leben gerufen. 

Welches sind die wichtigsten oder aufwendigsten Arbeiten für die Verhandlungen? 
Zum einen soll über eine eventuelle Alterslösung im Plattenlegergewerbe mit 100 % Kompensation gesprochen werden, die noch ausgearbeitet werden muss. Zum anderen müssen in einem neuen Vertrag arbeitgeberfreundliche Aspekte eingebunden werden. Da es sich um ein gegenseitiges sozialpartnerschaftliches Vertragswerk handelt, wird auch die Arbeitnehmerseite ihre Forderungen dazu bekannt geben. 

Gibt es wesentliche Veränderungen, die berücksichtigt werden müssen? 
Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der gewiefte Spieler lässt sich nicht in die Karten schauen. 

Hat die Pandemie das Verhältnis unter den Sozialpartnern beeinflusst?
Nein. Der gegenseitige Respekt ist nach wie vor gross und wurde durch die Pandemie nicht beeinflusst. 

Unsere Mitglieder sind mit Lieferengpässen, Preisdruck und Preiserhöhungen konfrontiert. Wie stehen die Sozialpartner zu dieser herausfordernden Situation? 
Die Vertreter der Arbeitnehmerseite (UNIA und SYNA) sind sich der aktuellen wirtschaftlichen Situation bewusst und sind bei der diesjährigen Lohnverhandlung für das Jahr 2022 von ihren ursprünglichen Lohnforderungen weit abgerückt. 

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